Autonomes Fahren im ÖPNV

MOTOR Ai beteiligt sich an Entwicklung der übergreifenden Plattform MILA.mobility

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert deutschlandweit größte Kooperation mit 30 Partnern aus Verkehrsunternehmen, Industrie, Wissenschaft und Verbänden.

Mit dem offiziellen Projektauftakt in Berlin am Unternehmenssitz von MOTOR Ai, einem deutschen KI-Unternehmen für autonomes Fahren, ist MILA.mobility heute in die gemeinsame Entwicklungsphase gestartet. Das bundesweite Forschungs- und Entwicklungsprojekt schafft eine offene, herstellerneutrale Plattform, die autonome Fahrzeuge mit bestehenden Leitstellen-, Dispositions-, Buchungs- und Infrastruktursystemen im öffentlichen Verkehr verbinden soll. Ziel ist es, autonome Linien- und On-Demand-Verkehre aus bisher abgeschlossenen Einzellösungen herauszuführen und für den breiten Einsatz im öffentlichen Verkehr nutzbar zu machen.

"Wir haben bereits eine KI für autonomes Fahren selbst entwickelt - daher passt MILA.mobility sehr gut zu uns und wir beteiligen uns sehr gerne daran. Ziel ist die Entwicklung eines deutschlandweiten Standards, mit dem unsere Fahrzeuge reibungslos in die Kommunikationsinfrastruktur von Verkehrsbetrieben eingebunden werden können. Das Projekt dient der technologischen Souveränität Deutschlands und leistet einen wichtigen Beitrag, den Markthochlauf für das autonome Fahren im ÖPNV zu organisieren," sagt MOTOR Ai-CEO und Gastgeber Roy Uhlmann.

Bildquelle: MOTOR Ai

Die Projekte zum autonomen Fahren im deutschen ÖPNV verbleiben bislang weitgehend in geschlossenen Systemen. Wenn Fahrzeuge, Leitstellen und Software aber nicht verlässlich zusammenarbeiten und man aus den Erkenntnissen anderer Projekte nicht lernen kann, entstehen aufwendige Sonderanpassungen und ineffiziente Doppelstrukturen. Fehlende Standards erschweren den Wechsel von Anbietern, verteuern die Umsetzung und bremsen den Übergang vom Pilot- in den Regelbetrieb. Genau hier setzt MILA.mobility an: Entwickelt wird eine Plattform für die Branche mit offener, herstellerneutraler Systemarchitektur.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Matthias Hauer, sagt: „Deutschland soll zum Leitmarkt für autonomes Fahren werden. Mit MILA.mobility fördert das BMFTR ein Demonstrationsprojekt, das die technische Grundlage schafft, damit autonome Fahrzeuge einfach und sicher in den ÖPNV integriert werden können. Es entsteht mit MILA.mobility ein einzigartiges deutschlandweites Mobilitäts-Ökosystem mit offenen Standards und Schnittstellen. Auch das ist Teil der Hightech Agenda Deutschland, mit der wir unser Land zum Top-Technologieland machen.“

Entwicklung und Erprobung erfolgt in drei Zyklen

Die Entwicklung der Plattform erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Zyklen. Zunächst werden Komponenten und Schnittstellen in einem virtuellen Labor erprobt. Anschließend werden die Ergebnisse schrittweise in fünf Testfeldern unter realen Bedingungen weiterentwickelt: in Leipzig, in der Region Hannover, in der Region München, im Rhein-Main-Gebiet und im Landkreis Ludwigslust-Parchim, in dem MOTOR Ai vor wenigen Wochen die Erprobung zum autonomen Fahren gestartet hat.

Standardisierung - Ergebnisse nutzbar machen

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV) begleitet im Projekt den Transfer der Ergebnisse in die Branche und kümmert sich um die daraus abzuleitenden Standards für das autonome Fahren im deutschen ÖPNV. MILA.mobility soll damit eine Grundlage schaffen, die über einzelne Testfelder hinaus für die gesamte Branche nutzbar ist.

Zahlen, Daten und Fakten zu MILA.mobility

MILA steht für „Middleware-Integration von Leitstellen- und Dispositionssystemen für Autonome Mobilität“. An MILA.mobility arbeiten 30 Partner aus Verkehrsunternehmen, Industrie, Wissenschaft und Verbänden. Koordinator sind die Leipziger Verkehrsbetriebe. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt mit rund 33,8 Mio. Euro. Das Gesamtvolumen liegt bei rund 57 Mio. Euro. Die Laufzeit beträgt 44 Monate, das Projekt endet am 31. März 2030. Die Projektstruktur verbindet technische Entwicklung, wissenschaftliche Begleitung und betriebliche Erprobung.

Folgende Projektpartner tragen das Vorhaben als breites Bündnis (in alphabetischer Reihenfolge): ADASTEC GmbH; DB Regio Bus Mitte GmbH; Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.; ebblo Germany GmbH; Eckardt Software Management ESM GmbH; Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.; FZI Forschungszentrum Informatik; Hamburger Hochbahn AG; HOLON GmbH; INIT Innovative Informatikanwendungen in Transport-, Verkehrs- und Leitsystemen GmbH; Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität - Recht, Ökonomie und Politik e. V.; Interlink GmbH; INYO Mobility GmbH; IVU Traffic Technologies AG; Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH (Verbundkoordinator); MENTZ GmbH; MOIA GmbH; MOTOR Ai GmbH; Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH; P3 digital services GmbH; Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen; Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau; Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH; Stadt Leipzig; Technische Universität Dresden; Technische Universität München; ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG; Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V.; Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH; Via Mobility DE GmbH.


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