Effizientes Retrofit-Programm für ältere Windkraftanlagen
Minimale Stillstandszeit durch vorgefertigte Komponenten und effiziente Planung
Bachmann electronic stellt ein modulares Programm zur Nachrüstung und Modernisierung bestehender Windenergieanlagen vor. Dabei steht unter anderem mit VeAccess ein Fernzugriffssystem für Vestas-Anlagen der Typen V80 und V90 steht zur Verfügung.
Bachmann electronic stellt auf der WindEnergy Hamburg sein modulares Programm zur Nachrüstung und Modernisierung bestehender Windenergieanlagen vor. Im Fokus stehen dabei die Verlängerung der Anlagenlebensdauer, die Steigerung der Erträge und die Reduzierung von Betriebskosten. Der Umfang der Maßnahmen reicht von der Ergänzung einzelner Komponenten bis zur vollständigen Erneuerung der Automatisierung, wobei die Implementierung nach Herstellerangaben nur wenige Tage Stillstandszeit erfordert.
Mit vollständig vorbereiteten „Swing-Panels“ sind die Retrofit-Lösung im Handumdrehen installiert. Das sorgt für einen sicheren, reproduzierbaren Rollout aller Anlagen.
Das Programm deckt verschiedene Turbinentypen unterschiedlicher Hersteller ab. Für Vestas-Anlagen der Typen V80 und V90 steht mit VeAccess ein Fernzugriffssystem zur Verfügung, das die Anzahl der Servicefahrten über eine angepasste M1-webMI-pro-Visualisierung reduziert und die Datentransparenz in der Fernüberwachung erhöht. Das System basiert auf einer modularen Hardwarearchitektur und ist in den Varianten Standard, Advanced und Light erhältlich.
Für ältere Mitsubishi-Anlagen des Typs MWT-1000A adressiert eine weitere Modernisierungslösung die Problematik zunehmender Ausfallzeiten und schwindender Ersatzteilverfügbarkeit. Anlagen des Herstellers Clipper lassen sich nach Angaben von Bachmann innerhalb von drei Tagen mit einer kompletten Automatisierungslösung nachrüsten. Für Turbinen von General Electric der Typen GE 1.5, 2.5 und ESS wurde eine SCADA-Nachrüstung entwickelt, die eine browserbasierte Überwachung ermöglicht und für die Typen GE 1.5 und 2.5 einen schreibenden Zugriff auf den vollständigen Parametersatz erlaubt, ohne die Hauptbetriebssoftware zu verändern.
Ein besonderer Anwendungsfall betrifft Senvion-Anlagen: Nach der Insolvenz des Herstellers verloren Betreiber teilweise den Zugang zur Steuerung ihrer Anlagen. Die Zugangslösung von Bachmann stattet die Turbinen mit einer eigenen Benutzerverwaltung bis Service-Level 1.20 aus, ohne in die Turbinensteuerung selbst einzugreifen. Damit bleibt die Typzertifizierung erhalten, da last- und sicherheitskritische Mechanismen der Anlagensteuerung unverändert bleiben und eine Rezertifizierung entfällt. Die Lösung eignet sich für nahezu alle Senvion-Anlagen und Parkregler und lässt sich über einen softwaregesteuerten Roll-out-Prozess einspielen. Grundlage dieser Lösungen ist die Steuerungshardware der M200-Plattform, auf der auch die SCADA-Anbindung über forsiteSCADA aufsetzt. Damit lassen sich einzelne Turbinen ebenso wie ganze Windparks inklusive Parkregler überwachen.
Im SCADA Master Control System von Bachmann ist auch bei hybriden Parks der Zustand aller Anlagen auf einen Blick ersichtlich. Wichtige Kennwerte werden automatisch zusammengefasst.
Das Vorgehen bei der Nachrüstung folgt einem fünfstufigen Verfahren. Zunächst werden die technischen und betrieblichen Anforderungen erfasst, ergänzt um eine Referenzmessung und eine Potenzialanalyse. Danach wird die konkrete Nachrüstlösung festgelegt und die Umsetzung von Hard- und Software im Detail geplant, um die Stillstandszeit gering zu halten. In der Umsetzungsphase werden vorgefertigte Komponenten unter Berücksichtigung der IEC-Normen und der Cybersicherheit installiert, getestet und in Betrieb genommen, während das Servicepersonal geschult wird. Anschließend werden die Systeme in einer Validierungsphase über einen definierten Zeitraum im SCADA-System überwacht, bevor die formelle Abnahme durch Projektteam und Kunde erfolgt.