Wie unkoordinierte Klimapolitik zu höheren Emissionen führen kann
Unkoordinierte Klimapolitik kann unter bestimmten Bedingungen zu weltweit höheren Emissionen führen, anstatt sie zu senken. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit, Klima- und Handelspolitiken stärker international zu koordinieren.
Das zeigen Simon Johannes Bolz, Forscher an der Technischen Universität Dresden (TUD), und seine Co-Autoren im Paper „Unilateral Environmental Policy and Offshoring“, welches diese Woche im renommierten Journal of International Economics veröffentlicht wurde.
Unkoordinierte Klimapolitik kann unter bestimmten Bedingungen zu weltweit höheren Emissionen führen, anstatt sie zu senken. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit, Klima- und Handelspolitiken stärker international zu koordinieren.
Das Paper untersucht die globalen Effekte nationaler Klimapolitik und zeigt, wie sich eine Erhöhung der Steuern auf CO₂ -Emissionen in einem Land auf die globalen Gesamtemissionen, Einkommen und Ungleichheit auswirkt.
Der Mechanismus:
Eine Regierung erhöht ihre CO₂-Steuer, um Emissionen zu senken. Die meisten inländischen Unternehmen reagieren, indem sie stärker in Emissionsminderung investieren und ihre umweltschädliche Produktion reduzieren. Doch die produktivsten – und damit eigentlich saubersten – Unternehmen verlagern die schmutzigeren Teile ihrer Produktion ins Ausland, in Länder mit niedrigeren CO₂-Preisen. Im Ausland steigen die Löhne, da die Produktion zunimmt. Wenn die CO₂-Steuern im Ausland unverändert bleiben, verteuert dies die Emissionsminderung im Verhältnis zum Verschmutzen – die ausgelagerte Produktion wird schmutziger.