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Leipfinger-Bader zu BEG-Förderstopp

Weniger Energieeffizienz ist keine ökonomisch sinnvolle Alternative

Vergangene Woche überraschte die Bundes­regierung die gesamte Bauwirtschaft, indem sie ohne Voran­kündigung sämtliche Fördermittel für energieeffiziente Bauten (KfW-Effizienzhäuser) stoppte. Nach ersten Schätzungen sind davon 50.000 Häuser und Wohnungen bundesweit betroffen. Bei der Unternehmensgruppe Leipfinger-Bader (Vatersdorf) bedauert man die Entscheidung, ruft private Bauherren aber gleichzeitig auch zur Besonnenheit auf: „Wer bis dato noch keine Förderanträge gestellt hat, sollte jetzt mit seiner Bank sprechen und auf die angekündigte KfW-Ersatzförderung warten“, erklärt Firmenchef Thomas Bader. Nicht ratsam sei es, zur Deckung der entstandenen Finan­zierungslücke an der Energieeffizienz des Gebäudes zu sparen. „Das verursacht langfristig ein Vielfaches an Mehrkosten beim Betrieb der Immobilie und schadet ihrem Wiederverkaufswert erheblich. Weniger Energieeffizienz ist daher keine ökonomisch sinnvolle Alternative“, so Bader. Gleiches gelte auch für den Bau von Mietwohnungen durch Investoren.

Bildquelle: Leipfinger-Bader / Christian Willner Photographie

Die Unternehmensgruppe Leipfinger-Bader ist spezialisiert auf Bauprodukte und -lösungen für die Erstellung energieeffizienter, klimafreundlicher Häuser – wie das Beispiel der „Sonnenhäuser“ im bayerischen Moosburg zeigt.

Eine böse Überraschung erlebten am 24. Januar viele bauwillige Familien sowie Wohnungsbaugesellschaften: Aufgrund „enormer Antragsflut“ stoppte die neue Bundesregierung mit sofortiger Wirkung sämtliche Fördermaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Das betrifft sowohl den Neubau von KfW-Effizienzhäusern (55 und 40) als auch die Förderung von energetischen Sanierungen. Diesbezügliche Anträge werden derzeit nicht mehr von der KfW bewilligt. Beim auf klima­freundliches Bauen spezialisierten Familienunternehmen Leipfinger-Bader löst dies Verwunderung aus: „Die Vorgehensweise des neuen Bundes­wirtschafts- und Klimaschutzministeriums erinnert leider an 2006, als die damalige Eigenheimzulage trotz Warnungen abgeschafft wurde. Das brachte die Bautätigkeit fast zum Erliegen und hat letztlich die Erwerbstätigenquote in unserer Branche halbiert. Daraus sind viele unserer heutigen Wohnraum-Probleme in Deutschland entstanden“, erklärt Inhaber Thomas Bader.

In der aktuellen Lage empfiehlt das Unternehmen privaten Bauherren sowie Wohnungsbau-Investoren, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen: „Die durch den Förderstopp entstandenen Finanzierungslücken sind ärgerlich und oft auch essentiell für die Umsetzung des Bauvorhabens. Wer nicht ‚auf Kante‘ plant und unter Zeitdruck steht, sollte noch einige Wochen auf die angekündigte Ersatzförderung der Bundesregierung warten“, rät Bader. Wann diese jedoch kommt und ob sie ausreicht, könne derzeit niemand voraussagen. Keine gute Idee sei allerdings, die Finanzierungslücke durch günstigere, weniger wärmedämmende Baustoffe und -lösungen zu schließen. „Das ist zwar möglich und rechtlich gestattet. Allerdings führen weniger energieeffiziente Gebäude langfristig zu deutlich höheren Mehrbelastungen – insbesondere vor dem Hintergrund aktuell ‚nervöser‘ Gas- und Ölpreise. Auch der spätere Wiederverkaufswert der Immobilie wird dadurch beschädigt. Besser ist, durch frühe Gespräche mit der finan­zierenden Bank Alternativlösungen zu suchen“, betont Bader.       

Sein Unternehmen will daher auch künftig dem Ansatz energie­effizienten Bauens folgen und auf Nachhaltigkeit setzen.  Die bundesweite Unternehmensgruppe Leipfinger-Bader – bestehend aus den gleichnamigen Ziegelwerken, dem Fassaden­spezialisten „Tonality“ sowie dem Trockenbauplatten-Hersteller „Lehmorange“ – liefert privaten und gewerblichen Bauherren seit Jahrzehnten hochwertige Produkte und Sonderlösungen für klimafreundliches Bauen und Sanieren. Die in Familienhand befindliche Gruppe produziert mittlerweile an fünf Standorten in Bayern und Rheinland-Pfalz und versorgt von dort aus das gesamte Bundesgebiet. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur Standards bei der Entwicklung umweltgerechter Wandbaustoffe, sondern auch auf Sonder­lösungen, wie zum Beispiel im Lüftungsbereich: Leipfinger-Bader war 2020 auch der erste deutsche Baustoff-Hersteller, der einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für seine Mauerziegel gewährleisten konnte. Möglich macht es eine eigens entwickelte Recycling-Anlage am Standort Mainburg-Puttenhausen (Bayern), die Ziegelbruch und Dämmstoffe sauber voneinander trennt.      

Bildquelle: Leipfinger-Bader

Bedauert den Förderstopp für energieeffiziente Neubauten und ruft Bauherren zu Umsicht und Geduld auf: Thomas Bader, Inhaber der bundesweiten Unternehmensgruppe Leipfinger-Bader.

Klimafreundliches Wirtschaften bedarf allerdings auch einer begleitenden Politik, die Planungssicherheit schafft. Hier sieht Leipfinger-Bader noch Verbesserungspotenzial: „Wir haben Ideen und Visionen und sind bereit, wohngesunde Lösungen für eine klimagerechte Zukunft zu entwickeln. Das haben wir schon in der Vergangenheit bewiesen. Allerdings kann die dafür nötige Transformation nur dann gelingen, wenn die Politik genau erklärt, wie ihre Ziele lauten und welche Unterstützung sie dazu leisten kann“, erklärt Thomas Bader: „Der überraschende BEG-Förderstopp hat jetzt schon zu einem Vertrauensverlust und wirtschaftlichen Schaden für die Bau- und Wohnungswirtschaft geführt. Das Vertrauen in die neue Bundesregierung und ihre ehrgeizigen klimapolitischen Ziele werden dadurch auf eine unnötige Probe gestellt“.


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